Beendigung der Lutschgewohnheit
Voraussetzung jeder Therapie. Bei Kindern unterstützen Mundvorhofplatten oder Zungengitter – manchmal ergänzt durch logopädische Begleitung.
Ein offener Biss (fachsprachlich Apertognathie) entsteht häufig durch Lutsch- oder Mundatmungs-Gewohnheiten und sollte frühzeitig behandelt werden. In unserer Praxis in Erstfeld berät Sie Dr. Philipp Meyer, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und Autor zur „Apertognathie” im DocCheck Flexikon, zu Ursachen-Therapie und Korrekturoptionen.
Beim offenen Biss (Apertognathie) berühren sich beim Zusammenbeissen Ober- und Unterkieferzähne in einem Bereich nicht – es bleibt ein vertikaler Spalt. Am häufigsten ist der frontoffene Biss, bei dem die Frontzähne nicht aufeinander treffen. Häufige Ursachen sind Daumen- oder Schnullerlutschen über das 4. Lebensjahr hinaus, persistierende Mundatmung und falsche Zungenposition (Zungenpressen). Die Frühbehandlung im Kindesalter mit Funktionsapparaturen ist oft sehr erfolgreich – Voraussetzung ist das Beenden der ursächlichen Gewohnheit.
Synonyme und verwandte Begriffe: Frontoffener Biss, Apertognathie, Offene Bisslage, Lateral offener Biss.
Die Ursachen sind meist multifaktoriell – genetische Faktoren spielen eine zentrale Rolle, oft kombiniert mit erworbenen Faktoren wie Lutschgewohnheiten, Mundatmung oder dem Verlauf des Zahnwechsels.
Ob und wann eine Behandlung notwendig ist, entscheidet die fachärztliche Beurteilung im Einzelfall. Mögliche Folgen einer unbehandelten Fehlstellung können sein:
Der optimale Behandlungszeitpunkt hängt vom Wachstumsstand und der Ausprägung der Fehlstellung ab.
| Wachstumsphase | Sinnvoll? | Methode |
|---|---|---|
| Frühbehandlung (5–9 Jahre) | ✅ IDEAL (mit Gewohnheits-Stopp!) | Bionator, Aktivator, Mundvorhofplatte |
| Hauptbehandlung (9–14 Jahre) | ✅ | Feste Zahnspange |
| Erwachsene | ⚠️ Bei skelettaler Ausprägung kieferchirurgisch | Kombinierte KFO-Chirurgie |
Mehr zur Zahnspange für Kinder oder zur Zahnspange für Erwachsene.
Die Methodenwahl richtet sich nach Alter, Ausprägung und individuellen Präferenzen. Übersicht der relevanten Optionen:
Voraussetzung jeder Therapie. Bei Kindern unterstützen Mundvorhofplatten oder Zungengitter – manchmal ergänzt durch logopädische Begleitung.
Bionator oder Aktivator unterstützen das normale Wachstum und ermöglichen den Bissschluss.
Transparente, herausnehmbare Schienen für leichte bis mittelschwere Korrekturen – besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Goldstandard für komplexere Korrekturen – mit hoher Präzision und vorhersehbarem Ergebnis.
Funktions-KFO-Apparatur bei offenem Biss im Wachstum.
Mehr zur Bionator →Die Behandlungsdauer bei Offener Biss liegt typischerweise zwischen 12 und 30 Monaten – abhängig von Methode, Alter und Schweregrad. Die Kosten variieren je nach Komplexität und gewählter Apparatur. Bei Kindern mit anerkannten Geburtsgebrechen (GgV 209, 210) übernimmt die IV die Kosten vollständig.
Diese Fehlstellungen treten häufig in Kombination oder Abgrenzung zum Offener Biss auf:
In unserer Praxis in Erstfeld berät Sie Dr. Philipp Meyer, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, persönlich zu allen Aspekten von Offener Biss. Die Praxis liegt direkt am Bahnhof Erstfeld und ist mit der S-Bahn aus Altdorf in 8 Minuten, mit der MGB-Bahn aus Andermatt in 30 Minuten und mit dem Auto über die A2 sehr gut erreichbar.
Dr. Meyer ist Autor des Fachartikels „Apertognathie (DocCheck Flexikon)” im DocCheck Flexikon – dem grössten medizinischen Fachlexikon im deutschsprachigen Raum.
Häufigste Ursachen sind Daumen- oder Schnullerlutschen über das 4. Lebensjahr hinaus, persistierende Mundatmung (z. B. bei vergrösserten Rachenmandeln) und falsche Zungenposition (Zungenpressen).
Bis zum vollendeten 3. Lebensjahr ist Schnullern unproblematisch. Wird darüber hinaus weitergelutscht, kann ein offener Biss entstehen. Wir empfehlen das Abgewöhnen bis spätestens zum 4. Geburtstag.
Bei rechtzeitiger Beendigung der Lutschgewohnheit kann sich ein milder offener Biss im Wechselgebiss spontan schliessen. Bei ausgeprägter oder skelettaler Form ist eine kieferorthopädische Behandlung notwendig.
Mit Mundvorhofplatte oder Zungengitter zur Gewöhnungs-Beendigung, kombiniert mit Funktionsapparaturen (Bionator, Aktivator). Häufig ergänzt durch logopädische Therapie.
Bei stark ausgeprägter skelettaler Apertognathie ist eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung oft die einzige stabile Lösung.